Mietcamper-Versicherung

Herausforderung Versicherung für ein Mietwohnmobil – unsere Reiseplanung für die Elternzeit

Einen Camper mieten und mehrere Wochen durch Europa reisen. Für viele geht dieser Traum mit Beginn der Elternzeit des Vaters in Erfüllung. So auch bei uns. Wir haben für 9 Wochen ein Wohnmobil gemietet und planen Richtung Portugal zu fahren. Doch bevor die Reise beginnt, gibt es eine (gefühlt) unendliche Liste abzuarbeiten: Schlafplatz für den Nachwuchs, Route, Packliste und so weiter. Auch viele Dinge, die man bei der initialen Planung der Elternzeit gar nicht bedacht hatte, wie zum Beispiel eine entsprechende Versicherung für das Mietwohnmobil.

Wir wollen daher mal von unseren Erfahrungen und Höhen & Tiefen während der Planung berichten. Den Anfang macht das schwierige Thema Mietwohnmobil-Versicherung.

Mit dem Mietwohnmobil unterwegs in Italien

Mit dem Mietwohnmobil unterwegs in Italien

Mietcamper versichern – aber wie?

Das Thema Versicherungen ist und bleibt ein intransparentes Thema. Die Versicherungen und Makler selbst sind wenig um Transparenz bemüht, wie ich die letzten Abende feststellen musste. Aber der Reihe nach.

Wenn man einen Camper in Deutschland mietet, ist dieser in der Regel mit einer Vollkasko- und Teilkasko- sowie Haftpflichtversicherung ausgestattet. Nicht selten hat man in der Voll- und Teilkasko jedoch Selbstbeteilungen zwischen 1.000 und 3.000€. Im Schadensfall werden diese, je nach Höhe des Schadens, voll fällig. Dies kann schnell die Urlaubskasse sprengen!

Also wieso nicht mittels zusätlicher Versicherung den Selbstbehalt der Versicherung reduzieren? Hierfür gibt es sogenannte Selbstbehaltsausschluss- oder Selbstbehaltsreduktionsversicherungen – häufig auch kurz CDW genannt. Bei einer Mietwagenbuchung über gängige Portale wie Check24 oder Billiger-Mietwagen, ist die Auswahl einfach im Portal zu erledigen.

Wer bei der Buchung eines Mietwohnmobils aber auf einen regionalen Anbieter zurückgreift, bekommt netterweise zwei, drei Flyer beigelegt und muss sich dann selbst darum kümmern.

Anbieter für Selbstbehaltsversicherungen (CDW)

Eigentlich gibt es nur drei große Versicherer, die den Selbstbehalt eines Mietwohnmobil versichern. Das sind die Allianz, Hanse Merkurs Reiseversicherung sowie die Kravag AG. Diese Namen findet man jedoch nur in den seltensten Fällen direkt. Meist werden die Selbstbehaltversicherungen nämlich von Maklern vertrieben und der Versicherungsname taucht erst in den späteren Unterlagen auf.

Nachfolgend mal eine Übersicht an verschiedenen Anbietern am Markt:

  • ESV Schwenger (Camper-Reiseschutz; Camper-Reiseschutz „Spartarif“)
  • RMV MMV (Urlaubs-Schutz-Paket)
  • TMC
  • STA Travel
  • Reiseversicherung-Vergleich
  • Auslandszeitversicherung
  • Rent Easy
  • usw.

Rechnet man auf allen Portalen für den geplanten Mietzeitraum die Prämien durch, stellst man schnell fest: Obwohl es eigentlich nur drei Versicherungen sind, bietet jeder Anbieter einen anderen Preis und andere Versicherungsbedingungen an. Hier das beste Angebot zu ermitteln, wird damit zur Herkulesaufgabe.

Erschwert wird dies, indem auf den Seiten zahlreiche falsche oder verwirrende Angaben zu finden sind. Um mal ein paar Beispiele zu nennen:

  • auf der Website eines Anbieters ist der Selbstbehalt für ein Versicherungstarif nicht konsistent: Unter Leistungen wird ein anderer angegeben, als in den Versicherungsbedingungen am Ende des Tarifrechners zu finden ist. Welcher SB wohl im Schadenfalls gilt?
  • häufig wird von Selbstbehaltausschluss gesprochen, defakto wird diese jedoch nur auf einen geringeren Selbstbehalt reduziert
  • in einem Produktinformationsblatt findet man folgende Aussagen:

    »Wird Ihnen aufgrund eines Schadens am gemieteten Wohnwagen/Wohnmobil ein Eigenanteil in Rechnung gestellt, ersetzen wir diesen bis zur Höhe der Versicherungssumme.«

    Würdest du daraus schließen, dass du im Nachhinein immer noch 250€ Selbstbehalt zu zahlen hast?

Umständliche Verklausulierungen machen es ebenfalls nicht einfacher. Ein Beispiel:

»Ein Haftpflichtrisiko liegt vor, wenn Sie als Privatperson aus Gefahren des täglichen Lebens aufgrund der am Schadenort geltenden gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts wegen eines versicherten Schadenereignisses anderen zum Schadenersatz verpflichtet sind.«

Was genau umfasst jetzt die Innenraum-Versicherung?

Freiheiten im Wohnmobil genießen

Freiheiten im Wohnmobil genießen

Alternative Kredikarte

Bei meinen Recherchen zur Selbstbehaltsversicherung bei Mietwohnmobilen bin ich auch auf Kreditkarten gestoßen, die solch eine Versicherung beinhalten. Prüft also vorher unbedingt, ob ihr nicht schon über entsprechende Versicherung durch eine Kreditkarte verfügt.

Auch hier ist es wichtig, die Bedingungen genau zu lesen. Häufig sind die Versicherung nämlich an die Zahlung mit entsprechender Kreditkarte gekoppelt oder nur auf Personenkraftwagen oder eine bestimmte Anzahl von Reisetagen beschränkt.

Solltet ihr noch nicht im Besitz einer solchen Kreditkarte sein, lohnt die Recherche nach einer bestimmten Platinum Mastercard (Ich will hier keine Werbung für einen bestimmten Anbieter machen). Diese bietet Versicherungsschutz für Wohnmobile, unabhängig der Zahlweise und kostet 160€ im Jahr. Bitte bedenkt, dass man jedoch über ein bestimmtes Einkommen verfügen muss und der Antragsprozess viel Zeit kostet.

Umfang der Mietcamper-Versicherungen

Nachdem wir uns durch den dichten Dschungel der Makler und Angebote gekämpft haben, wollen wir nun natürlich optimal abgesichert sein. Für uns war es wichtig, neben der SB-Reduzierung auch den Innenraum entsprechend abzusichern. Gerade mit kleinem Kind kann schnell mal was passieren – dachten wir uns.

Bei diesen Anforderungen bleiben eigentlich nur zwei Angebote übrig. Der Camper-Reiseschutz „Spartarif“ von ESV Schwenger und das Urlaubs-Schutz-Paket von RMV. Alle anderen haben nur einen Selbstbehaltsauschluss oder die Selbstbehaltsreduktion im Angebot.

Bei ESV Schwenger werden Schäden von der Hanse Merkur gedeckt. Bei der RMV von der Kravag AG.

Schnell fällt auf, dass bei der Inhaltsversicherung des Urlaubs-Schutz-Paket von RMV eigentlich gar nicht der gesamte Inhalt eines Wohnmobils abgesichert ist. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Art Hausratversicherung für das Mietwohnmobil. Für viele dürfte das jedoch gar nicht nötig sein. Der Grund liegt in der privaten Hausratversicherung. Hier gibt es eine sogenannte Außenversicherung. Meiner Auffassung nach, sollte diese die gleichen Gegenstände absichern, wie die Inhaltsversicherung des Urlaubs-Schutz-Pakets der RMV (bitte unbedingt selbst in den Versicherungsbedingungen nachprüfen!).

Inwieweit eine Mietausfallversicherung für den Mieter relevant ist, kann man auch nur schwer beurteilen und dürfte auch vom Vermieter abhängen.

Der Camper-Reiseschutz „Spartarif“ von ESV Schwenger versichert tatsächlich den Innenraum vor Schäden. Die Versicherungsbedingungen sind jedoch so juristisch formuliert, dass es mir auch nach mehrfachem Lesen nicht möglich ist, zu 100% zu sagen, was diese Versicherung abdeckt und was nicht. Es klingt zu mindest so, als wäre eine Delle im Tisch oder eine kaputte Küchenabdeckung versichert.

Nachdenklich stimmt mich hingegen der Versicherer, der die Schäden regulieren soll. Die Hanse Merkur fällt im Netz aufgrund einer Vielzahl negativer Bewertungen auf. Auch die Versicherungsbedingungen zum SB-Reduzierung sind mit zahlreichen Einschränkungen versehen. So sind z.B. keine Markisen versichert.

Letztendlich wird sich wohl erst im Schadensfall zeigen, ob die Wahl der Versicherung die richtige war.

Ob ein Campingplatz auch zum öffentlichen Vekehr zählt?

Ob ein Campingplatz auch zum öffentlichen Vekehr zählt? Und ein Unfall daher gedeckt wäre?

Zusammenfassung

Ich hoffe, ich konnte mit dem Artikel klar machen, dass mit der Miete eines Campers auch ein gewisses finanzielles Risiko einhergeht. Dieses kann man absichern. Die Absicherung gestaltet sich jedoch als schwierig, da ..

  • eine Vielzahl von Maklern Tarife anbietet, die alle unterschiedlich bepreist sind und einen unterschiedlichen Versicherungsschutz haben
  • Transparenz hinsichtlich eines genauen Versicherungsumfangs nicht vorhanden ist
  • die Versicherungsprämie und der verbleibende Selbstbehalt bei Langzeitmieten den ursprünglichen Selbstbehalt übersteigen können

Anbieter mit dem umfangreichsten Versicherungsschutz sind:

  • RMV mit dem Urlaubs-Schutz-Paket
  • ESV mit dem Camper-Schutz

Jedoch ist aus meiner Sicht unklar, ..

  • ob die Pakete nicht viel beinhalten, was man eigentlich nicht benötigt, da es bereits anderweitig versichert ist (z.B. Außenversicherung Hausrat, Geräteschutzverischerung)
  • und ob an Stellen, wo Versicherungsschutz sinnvoll wäre (z.B. Markise), die Versicherer nicht zu stark einschränken

Abschließend bleibt nur zu hoffen, dass sich Versicherer in Zukunft kundenfreundlicher aufstellen und mehr Transparenz in ihre Versicherungsprodukte schaffen. Vielleicht erkennen auch noch weitere Versicherer den Trend zur Individualreise mit dem Wohnmobil in der Elternzeit. Mehr Wettbewerb könnte sicherlich zu niedrigeren Prämien und mehr Kundenfreundlichkeit führen.


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Was sind deine Erfahrungen bei der Wohnmobilmiete? Schreib‘ uns einfach und hinterlasse einen Kommentar!

 

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