Regeln-brechen

Die Kunst des Regelbrechens!

Die Drittelregel, der goldene Schnitt, ein ausgerichteter Horizont – es gibt viele Regeln, die man bei der Fotografie beachten sollte. Jede dieser Regeln hat ihre Daseinsberechtigung und wendet man sie an, können technisch perfekte Bilder gelingen. Ich möchte dich heute jedoch dazu anstiften, diese Regeln bewusst zu brechen und dir zeigen, wann und wo es sich lohnt, mal auf all diese Regeln zu pfeifen :-)

Die Kamera kippen

»Da läuft ja das Meer aus dem Bild« und andere tollen Sprüche hat jeder schon mal gehört, der ein Foto in einer all zu konservativen Community (wie z.B. der Fotocommunity) eingestellt hat. Diese Anmerkung hat auch sicherlich hin und wieder Berechtigung, jedoch kann ein gekippeter Horizont auch ein bewusstes Stilmittel sein. Es lässt Fotos dynamischer wirken, kann den Ausdruck eines Bildes verstärken.

Ich verwende das zum Beispiel häufig bei Street- oder Stadtaufnahmen, wenn man das Lebendige einer Stadt hervorheben möchte. Hier mal am Beispiel von Hongkong:

Motiv zentrieren

Oft entstehen Bilder aus überlegten Kompositionen. Zentrale Bildelemente werden in einem Drittel des Bild untergebracht. Man sagt sogar, dies unterscheide den Anfänger vom Profi. Schließlich neige der Einsteiger ja dazu die Motive mittig zu platzieren. Ich halte dagegen! Ein zentrales Motiv kann Isolation ausdrücken und die Bildwirkung intensivieren.

Ich wende das Stilmittel scheinbar nicht so häufig an, denn beim Durchsuchen meiner Festplatte, ist mir kaum ein Bild mit zentralem Motiv aufgefallen.

Eines aus Israel habe ich dann doch gefunden. Hier wird durch die zentrale Positionierung des Deckengemäldes die Wirkung der architektonischen Symmetrie verstärkt.

Horizont mitteln

Der goldene Schnitt verlangt vom Fotografen, den Horizont im oberen oder unteren Drittel des Bildes zu positionieren. Aber wie wäre es, wenn du den Horizont einfach in die Mitte des Bildes packst?

Ich finde das Mitteln des Horizonts vor allem bei Spiegeleffekten ziemlich cool. Seht selbst:

Landschaftsaufnahme mit offener Blende

Im kleinen ABC der Landschaftsfotografie steht, dass Landschaften doch bitte mit Blende 8-16 fotografiert. Durch die geschlossen Blende und entsprechender Tiefenschärfe ist die Landschaft von vorne bis hinten scharf. So weit, so gut.

Landschaftsaufnahmen mit offener Blende hingegen, helfen unnötiges in der Unschärfe verschwinden zu lassen und lenken den Blick auf das wesentliche. Zudem kann die Unschärfe dabei unterstützen, eine Geschichte zu erzählen oder dem Bild einen Rahmen zu geben.

Zum Abschluss gibt’s noch eine kleine Weisheit :-)

Fotografiert nicht nach Regeln, fotografiert mit Gefühl!

Falls du noch mehr über Bildgestaltung lesen willst, sind vielleicht folgende Bücher für dich interessant:


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Du kennst noch eine Regel, die sich lohnt zu brechen? Kein Problem, schreib‘ uns einfach und hinterlasse einen Kommentar.

 

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