lichtspuren fotografieren

Lichtspuren fotografieren – kurz erklärt

Lichtspuren fotografieren ist kein Hexenwerk und genau aus diesem Grund möchte ich dir kurz erklären, wie es funktioniert.

Der Einstieg ist leicht gemacht

Grundsätzlich brauchst du erstmal nur dein Stativ und deine Kamera. Den Rest erledigt Tageszeit und Ort der Aufnahme. Die Tageszeit sollte so gewählt werden, dass es dunkel ist oder wird.

Damit muss deine Kamera länger belichten und du weißt, was bei Langzeitbelichtungen passiert? Richtig, bewegete Objekte verschwimmen. Und genau das ist das Ziel unserer Lichspuren-Aufnahme.

Fehlt nur noch ein Ort mit vielen bewegten Lichtquellen! Hierzu bietet sich natürlich jede viel befahrene Straße an.

  • Bitte seid so gut: Solltest du eine Autobahnbrücke aufsuchen, stelle dich in die Mitte der Brücke oder mit Blick in Fahrtrichtung. Nicht, dass sich jemand auf der Autobahn aus Angst vor Steinewerfern erschreckt

Um das Erklärte zu veranschaulichen, folgen einige Aufnahmen aus Istanbul. Die Bilder sind mit Blende 11 und ISO 100 entstanden und zeigen, wie so langsam Lichtspuren entstehen.

1/13 Sekunde Belichtungszeit

1/13 Sekunde Belichtungszeit

Mit 1/13 Sekunden verschwimmen die Autos bereits. Lichtspuren entstehen jedoch noch nicht.

0,6 Sekunden Belichtungszeit

0,6 Sekunden Belichtungszeit

1,3 Sekunden Belichtungszeit

1,3 Sekunden Belichtungszeit

So langsam werden die Lichtspuren länger.

2,5 Sekunden Belichtungszeit

2,5 Sekunden Belichtungszeit

Mit 2,5 Sekunden hat man schon ganz vernünftige Lichtspuren, oder? Aber aus meiner Sicht geht es noch besser.

Da die Brücke mit jedem vorbeifahrenden Bus fürchterlich wackelte, habe ich mir an diesem Abend noch eine andere gesucht.

5 Sekunden Belichtungszeit

5 Sekunden Belichtungszeit

Leider war noch etwas stockender Verkehr auf der Autobahn. So wirken die Lichtspuren selbst mit 5 Sekunden Belichtungszeit noch etwas abgehackt.

13 Sekunden Belichtungszeit

13 Sekunden Belichtungszeit

Etwas später und mit 13 Sekunden ist das Ergebnis schon deutlich besser! Lange Lichtspuren und das nur mit Stativ und Kamera.

Welche Einstellungen habe ich dafür gewählt?

  • Modus: Belichtungsautomatik (A) – damit wählt die Kamera je nach Lichtsituation die passende Verschlusszeit
  • Blende: f11 – ich schließe die Blende etwas, um eine vernünftige Tiefenschärfe zu erzielen
  • Verschluss- oder Belichtungszeit: automatisch – jedoch sollte es so dunkel sein, dass man über 10 Sekunden kommt und es sich noch auf der Straße stauen ;-)
  • ISO: 100 – um rauschfreie Bilder zu erhalten, den ISO-Wert möglichst gering halten

Noch längere Lichtspuren ..

Dir sind die Lichtspuren noch nicht lang genug? Du willst Lichtspuren zur blauen Stunde und nicht nachts aufnehmen? Dann zeige ich dir nun, wie du richtig lange Lichtspuren fotografierst.

Allerdings steigen nun auch die Anforderungen an das Equipment:

  • Graufilter
  • Stoppuhr (hat ja jedes Smartphone ;-) )
  • Bildbearbeitungsoftware mit der Möglichkeit Ebenen-basiert Bilder zu bearbeiten

Für ein besseres Verständnis möchte ich dir mein Vorgehen anhand des „Erstellprozesses“ des folgenden Bildes erklären.

Lichtspuren fotografieren

Lichtspuren fotografieren auf Mallorca

Im ersten Schritt habe ich die Zeit gestoppt, wie lange eine Auto vom Leuchtturm bis unterhalb des Felsens braucht. Das waren knapp 80 Sekunden. Danach habe ich meinen Graufilter so gewählt, dass ich mit diesem auf 30 Sekunden Belichtungszeit komme. Mit etwas Spielerei (Testfotos mit unterschiedlichen ISO-Werten) war dies mit einem ND8 Filter möglich.

Gleichzeitig habe ich meine Kamera auf Intervallaufnahme eingestellt. Die Einstellungen hierfür waren 1 Intervall und 3 Bilder pro Intervall. Damit nimmt meine Nikon D750 drei Bilder direkt hintereinander auf. Ingesamt komme ich so auf 90 Sekunden Belichtungszeit und decke damit die 80 Sekunden Fahrzeit ab.

Das erste Bild der Intervallaufnahme

Das erste Bild der Intervallaufnahme – EXIFs: ISO 500 | f11 | 30 Sek. | 24mm

In einem Bildbearbeitungsprogramm habe ich die einzelnen Bilder als Ebenen geöffnet. Diese habe ich dann übereinander gelegt und den Teil der Straße ohne Lichtspur auf der oberen Ebene und der darunterliegenden Ebene ausradiert. Die drei Ebenen kombiniert, kommt man auf das Ergebnis, wie im ersten Bild dargestellt.

Alternativ könnte man auch mit einem stärkeren Graufilter arbeiten und direkt entsprechend lange belichten. Wie man ein Bild mit einem Big Stopper Graufilter umsetzt, habe ich in folgendem Beitrag beschrieben:

Lichtspuren fotografieren in der Zusammenfassung

Du benötigst..

  • Stativ und Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten
  • eine viel befahrene Straße
  • genügend Dunkelheit und Bewegung, um den gewünschten Effekt zu erzielen
  • ..andernfalls einen Graufilter
  • schließe die Blende, sodass du ausreichend Schärfentiefe hast
  • halte den ISO-Wert niedrig, um möglichst rauscharme Bilder zu erhalten
  • versuche möglichst lange zu belichten, um ausreichend lange Lichtspuren zu erhalten
Eine andere Bildidee: Mit Taschenlampe Lighttrails erzeugen

Eine andere Bildidee: Mit Taschenlampe Lighttrails erzeugen


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6 Kommentare zu “Lichtspuren fotografieren – kurz erklärt

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