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Meinung: Der Island-Boom und die Informationsquelle Reiseblog

Das Reiseziel Island boomt. Zwischen 2009 und 2014 hat sich der Zahl der »Beherberungsbetriebe« verdoppelt. Waren es 2009 noch gerade mal 576 Unterkünfte sind es 2014 1.149 gewesen.

Auch die Anzahl an Übernachtungen hat sich in Island nahezu verdoppelt (von 3 Mio. auf 5,5 Mio.). Urlaub in Island liegt eben momentan voll im Trend.

Der Island-Boom und die Reiseblogs

Der Island-Boom führt dazu, dass aktuell die Island Tipps und Guides wie Pilze aus dem Boden schießen. Auch wir haben Ende letzten Jahres über unsere vergangenen Island-Rundreisen geschrieben und Tipps dazu gegeben. Schließlich möchte jeder ein Stück von dem gesteigerten Suchaufkommen abbekommen. Denn nicht nur die Betten, auch das Suchaufkommen nach “Island Rundreise” und ähnlichen Begriffen hat sich laut Google Trends in den letzten Jahren erheblich gesteigert.

Unbekannte Gefahren

Jutta von 6GradOst (eine ausgesprochene Island-Kennerin unter den Reisebloggern) veröffentlichte vor kurzem einen interessanten Facebook-Post zu Island. Es war von Touristen zu lesen, die von den Landsbjörg (dem Isländischen Rettungsdienst) gerettet werden mussten. Sie waren auf die vereiste Gletscherlagune Jökulsarlon spaziert und auf einer Eisscholle abgetrieben.

Dieser Post steht nur stellvertretend für zahllose Beispiele, wie unachtsame Touristen in Not geraten oder ihr Abenteuer mit dem Leben bezahlen. Mit einer steigenden Anzahl an Touristen nimmt auch leider die Anzahl der Unfälle zu.

Aber was hat das mit Reiseblogs als Informationsquelle zu tun?

Reiseblogs haben eine hohe Relevanz als Informationsquelle zur Reisevorbereitung. Dies bestätigt eine Studie im Auftrag des Focus.

76,5% der Befragten gaben an, dass sie bei der Reiseplanung voll und ganz auf die Inhalte von Reiseblogs vertrauen.

Insgesamt nehmen die deutschen Themen-Blogs eine wichtige Rolle bei der Informationsbeschaffung im Internet ein. Bereits 2008 nutzten 45,5% der deutschen Internetnutzer Blogs als Informationsquelle.

(Reise-)Blogs sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein

Die Zahlen machen deutlich, welche Verantwortung wir als Reiseblogs haben. Unsere Besucher vertrauen darauf, dass das, was sie auf unseren Seiten lesen, richtig ist.

Leider habe ich gerade bei so manchem Island Fundstück meine Zweifel.

Was kann besser werden?

  • Offenheit gegenüber konstruktiver Kritik: Sicherlich sind nicht immer alle Texte fehlerfrei. Auch auf unserem Blog nicht. Konstruktive Kritik sollte viel häufiger kommuniziert, aber auch akzeptiert werden
  • Reißerische Überschriften, wie z.B. “der beste Ort, um..” unterstellen eine Objektivität, die in den darunterstehenden Texten meist durch subjektives Empfinden ersetzt werden – letzten Endes sind solche Überschriften einfach nur irreführend
  • Und mit Bezug auf die Island-Zahlen und die Unfälle: sollten wir bei unseren Tipps und Guides neben SEO, nicht auch auf ein sicheres Reiseerlebnis achten?

Wie seht ihr das? Wurdet ihr zum Beispiel schon mal für einen Artikel kritisiert und wie seid ihr damit umgegangen?

Weitere interessante Meinungen & meine Quellen

Aktuell gibt es einige interessante Kommentare, die das Bloggen und die sozialen Medien kritisch betrachten.

Hier gibt es eine kleine Auswahl:

Meine Quellen:


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6 Kommentare zu “Meinung: Der Island-Boom und die Informationsquelle Reiseblog

  1. Das ist ja noch recht human ausgedrückt. ;) Schriebe ich etwas zum Thema “reißerische Überschriften” etc., würden sicher noch deutlichere Worte fallen. Konkret ist es jedenfalls so, dass ich selbst bestimmte Texte gar nicht mehr lese (z.B. alles, wo das unsägliche “ultimativ” vorkommt, es gibt noch einiges mehr…).

    Und ja, sicher stehen BloggerInnen auch in einer Verantwortung, das ist richtig. Andererseits stehen die LeserInnen selbst aber auch in der Verantwortung, nicht alles für bare Münze zu nehmen. Denn schließlich gibt es mittlerweile hunderte, eher tausende von Blogs. Dass man da die Spreu vom Weizen trennen muss, sollte eigentlich auch selbstverständlich sein.

    LG, Wolfgang

    PS. Noch 2 Lesetipps zum Thema: Claudi hat sich hier (http://www.claudiumdiewelt.de/am-rande-die-11-duemmsten-superlativ-ueberschriften-fuer-reiseartikel-und-was-dahinter-steckt.html) einmal der “dümmsten Superlativ-Überschriften” angenommen und ich selbst habe mich hier (http://www.groovyplanet.de/liebster-award-11-fragen-an-groovy-planet/) mal eher am Rande geäußert, als ich nach einem Tipp für angehende BloggerIinnen gefragt wurde … ;)

  2. Hallo Christian, herzlichen Dank für die Erwähnung hier! Mir aus der Seele gesprochen. Ich schließe mich Wolfgang grundsätzlich an, allerdings meine ich, dass der Verfasser eines Texte eine größere Verantwortung hat, als der Leser. Der Leser orientiert sich beim “Experten”. Da sollte konstruktive Kritik erlaubt und doch auch erwünscht sein. Meine Erfahrung in Bezug auf Island-Blogposts, in denen ich Fehlerchen und auch mal ganz grobe Fehler entdecke: Entweder wird meine Anmerkung gar nicht erst freigeschaltet oder aber unkommentiert hingenommen. Manchmal gibt es Korrekturen (oft immer noch fehlerhaft). Ich habe es also aufgegeben. Die Crux ist: Es betrifft ja nicht nur dieses eine Land. Wie viele falsche oder verfälschte Informationen gibt es wohl insgesamt? Dort, wo ich das Gefühl habe, die/der Schreibende hat solide Recherche betrieben, nehme ich Informationen gerne auf. Ansonsten checke ich Informationen immer mehrfach quer. Wo ich schlecht recherchierte Artikel lese, war ich einmal auf dem Blog. Und kehre dann nicht mehr dorthin zurück : ) Ich freue mich übrigens über konstruktive Kritik, die ich selbstverständlich schon mehrfach auf meinem eigenen Blog hatte und korrigiere – immer gegengeprüft : ) entsprechend. Etwas anderes sind Beleidigungen à la Färöer-Mobbing, die übrigens fast ausschließlich von falsch informierten Kommentatoren stammen (Ich glaube ich darf das sagen, das ich mich seit vielen Jahren mit den Färöern und ihren Pro- und Anti-Fraktionen auseinandersetze). Am Beispiel Färöer manifestiert sich die Verbreitung von Falschinformationen von selbst ernannten Experten im Internet noch krasser. Jeder, der etwas veröffentlicht, steht in der Pflicht. Es geht nicht im Klicks. Es geht um Authentizität, die korrekte Wiedergabe von Fakten und – auch – einem kritischen Umgang mit dem gewählten Thema. Liebe Grüße, Jutta

    • Hallo Jutta,

      gerne geschehen! Das Thema “Leser und Blogger” sehe ich genau so. Der Blogger sollte der Experte sein, sich ausreichend über das Thema informiert haben und seine Reiseerfahrungen auch also solche verkaufen. Negativ-Beispiel für sowas: Jemand hat irgendwo Nordlicht gesehen und schreibt dann “Der beste Ort um Nordlicht zu sehen”.
      Ich gebe Dir Recht, das Thema betrifft leider viele Reiseziele. Es wird nur immer dort am deutlichsten, wo man sich selbst am besten auskennt ;)
      Bei den Färöern kommt aus meiner Sicht noch eine vermeintlich “politisch-motivierte” Komponente hinzu, die das Thema erst so gefährlich macht.

      Grüße
      Christian

  3. Seit die Flüge nach Island so billig sind (im Prinzip kaum teurer als nach Mallorca), tummeln sich dort halt viele Menschen, die ansonsten nie nach Island gekommen wären.

  4. Leider ist Island das neue Mekka der Individual reisenden geworden. Bewegt man sich jedoch etwas abseitz der Massenturismus-Pfade ist es immer noch ein sehr schöner wilder und einsamer Ort in der Natur.

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