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Husedalen – das Tal der Wasserfälle

Die Wanderung durch das Husedalen wird oftmals als eine der schönsten Wanderungen Norwegens beschrieben. Der Weg führt durch das Husedalen hoch zur Hardangervidda, der größten Hochebene Europas. Auf dem Weg betretet ihr wilde und unberührte Natur und mit etwas Glück bekommt ihr Moschusochsen zu Gesicht, Überlebende der letzten Eiszeit.

Anreise zum Husedalen

Das Husedalen erreicht man über die RV13 bis Kinsarvik. In Kinsarvik folgt man einfach der Beschilderung Richtung Husedalen.

Für den Start der Wanderung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man stellt das Auto ab, sobald der Weg einspurig wird oder man parkt direkt am ersten Wasserfall. Dort sind allerdings die Parkmöglichkeiten begrenzt.

Wie bei allen markierten Wanderwegen in Norwegen gilt es auch hier dem roten T zu folgen. Die ersten hundert Meter führen entlang der Fallrohre des Wasserkraftswerks. Diese haben es verdammt in sich: Überall tropft es und die Steine sind ziemlich rutschig!

Geht lieber auf Nummer sicher und wählt den breiten Schotterweg. Beide führen zum Ziel.

Die vier Wasserfälle des Husedalen

Vom ersten Wasserfall dem Tveitafoss geht es durch tiefgrüne Vegetation zum Nyastølfoss. Wir werden begleitet vom Rauschen der Wassermassen. Die roten Ts führen durch üppige Natur.

Als das Rauschen immer lauter wird, stehen wir plötzlich an einem steilen Berghang und vor uns befindet sich der Nyastølfoss. Für mich der beeindruckenste der vier Wasserfälle. Das Wasser stürzt dort aus 200 Metern in die Tiefe.

Nach einer kurzen Trinkpause geht es weiter auf dem Pfad. Der Weg wird felsiger und wir passieren einige kleinere Bachläufe. Langsam wird es wieder flacher und bald darauf kommt man zur Nykkjesøy-Alm. Diese liegt am gleichnamigen Nykkjesøyfoss, dem dritten der vier Wasserfälle. Dieser ist mit einer Fallhöhe von 80 Meter der kleinste der vier Wasserfälle. Die Wiesen und die Alm laden jedoch zum Verweilen ein und bieten einen wunderbaren Ort für eine weitere Rast.

Der Anstieg zum viertel Wasserfall dem Søtefoss hat es nochmal in sich. Der Weg führt über unzählige Treppenstufen und über die Baumgrenze hinweg auf die Hochebene. Oben angekommen ist der Blick frei auf den in der Ferne liegenden Søtefoss.

Die Vegetation wirkt karg, fast lebensfeindlich. Die zahlreichen toten Bäume unterstreichen diesen Eindruck. Der Boden ist morastig und die roten Ts längst nicht mehr sichtbar. Wir entdecken einige Hinterlassenschaften, die darauf deuten, dass tatsächlich eine theoretische Chance besteht, hier Moschusochsen zu sehen.

Über einen ausgetrampelten Pfad laufen wir Richtung Wasserfall. Hin und wieder entdecken wir ein rotes T. Dies ist allerdings die Seltenheit und macht unser kleines Abenteuer bei strahlendem Sonnenschein perfekt.

Es geht über blanke Felsen, durch tiefen Matsch und dann stehen wir vor dem Søtefoss. Geschafft! Wir holen uns unsere Rosinboller aus dem Rucksack, legen uns in die Wiese und genießen das Wetter ehe wir wieder zum Rückweg aufbrechen.

Informationen zur Wanderung

  • je nach Startpunkt 11 oder 16 Kilometer Wegstrecke
  • 4-6 Stunden Wanderzeit
  • unbedingt feste und wasserdichte Schuhe anziehen
  • Fototipp: lieber nachmittags wandern, die Sonne steht sonst direkt über den Wasserfällen
  • Gut zu kombinieren mit einer Fahrt zum Vøringsfossen

 


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8 Kommentare zu “Husedalen – das Tal der Wasserfälle

  1. Hallo ihr beiden,

    In Ca 6 Wochen geht es für meinen Freund und mich ebenfalls nach Norwegen. Es wird ein roadtrip von stavanger bis Trondheim, der mit vielen Tageswanderungen gespickt sein soll. ( die Route ist auf dem Reiseblog eines befreundeten Paares: http://www.moosearoundtheworld.de/roadtrip-norwegen-stavanger-Trondheim/ ). Ganz begeistert lese ich gerade eure Reiseberichte aus Norwegen. Wirklich eine tolle Inspiration. Eure hier beschriebene Wanderung will ich unbedingt mit einplanen! Braucht man denn für diese und andere Wanderungen eine wanderkarte/kompass- irgend sowas? Habt ihr noch Tipps für uns? Liebe Grüße, Christina

    • Hey Christina,

      freut mich, dass dir unsere Berichte gefallen. Mit Norwegen habt ihr euch ein echt schönes Reiseziel rausgesucht!
      Die hier beschriebene Wanderung ist bis zum dritten Wasserfall gut bis sehr gut gekennzeichnet. Die roten Ts sind leicht zu finden. Erst wenn man zum vierten Wasserfall will, wird es schwierig. Die Ebene ist weitläufig und man findet keinen eingtrampelten Pfad.

      Wir haben das alles ohne Kompass und Karte geschafft, da auch die Verzweigungen zu anderen Wanderwegen gut ausgeschildert waren. Allerdings hatten wir während der gesamten Zeit sehr gutes Wetter und perfekte Sicht, sodass ein Kompass und Karte zur Orientierung nicht notwendig waren.

      Als sonstigen Tipp kann ich euch nur empfehlen, viel Zeit einzuplanen. Für die Strecken, die man in Google Maps vorplant, braucht man tatsächlich viel länger (so zu mindest unsere Erfahrung). Zum einen liegt das natürlich an der wunderschönen Natur Norwegens und dem ein oder anderen Fotostop. Zum anderen aber auch an den Straßenbedingungen.

      Wir haben zum Beispiel die hier beschriebene Wanderung an einem Tag gemacht und sind abends noch am Voringsfossen vorbei.

      Falls du noch weitere Frage hast, nur zu :) Ich hoffe, ich konnte dir soweit schon mal helfen.

      Grüße
      Christian

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