safari in deutschland wildtierbeobachtung im taunus

Auf Safari in Deutschland: Wildtierbeobachtung im Taunus

Wildkatze, Dachs, Rothirsch oder Wölfe. Die Liste seltener Tierarten ist auch in Deutschland lang und die genannten Tiere sind bei weitem nicht alle.

Zu Gast in Laufenselden

Wir waren zu Gast in Heidenrod-Laufenselden im Taunus. Dort haben wir uns auf die Pirsch begeben, um die heimischen Wildtiere zu beobachten. Einen Abend und einen Morgen sind wir durch Gebüsche geschlichen, haben uns auf die Lauer gelegt und leise den verschiedenen Geräuschen des Waldes gelauscht.

Ausgangsort für unsere Pirsch ist der Holzhäuser Weg in Laufenselden. Der Parkplatz ist eigentlich Startpunkt für ausgedehnte Wanderungen durch die Taunuswälder und für Besucher des Römer-Kastells. Wir nutzen ihn dazu uns vorzubereiten: Ich checke nochmal die Kamera, packe das Kornkissen ein und nehme einen letzten Schluck aus der Wasserflasche.

Vom Parkplatz dort führen Wege in drei Himmelsrichtungen. Wir wählen den Weg in das Tal, in der Hoffnung, dass bei dem trockenen Wetter, die Tiere abends den Bach im Tal aufsuchen. Mit etwas Glück finden wir im Tal auch eine passende Stelle zum Warten: Ein alter Jagdstand, eingewickelt in Tarnnetz.

Die Tücken des Beobachtens

Mit ausgerichtetem Objektiv sitzen wir dort, warten und warten. Über der Waldlichtung vor uns dreht ein Mäusebussard seine Runden. Mit seinen Rufen signalisiert er uns seine Anwesenheit.

Ob er die anderen Waldbewohner wohl vor uns warnt, fragen wir uns. (wer einen Mäusebussard mal hören will: Link)

Kurz danach ist das Warten vergebens, ein Motorcrossfahrer kommt den Waldhang hinuntergeknattert. Spätestens jetzt sind alle Tiere verscheucht, denken wir uns und brechen unsere Zelte ab.

Mit Kamera und Sitzkissen bewaffnet, laufen wir bachaufwärts. Aus der Entfernung können wir bereits erkennen, dass im tiefen Gras ein Reh steht. Leise schleichen wir uns heran, aber die Vögel über uns verraten uns: aufgeschreckt fliegen die Raben wild und laut kreichend von den Ästen los. Auch das Reh wittert Gefahr und bevor ich ein Bild machen kann, verschwindet es wieder im Wald.

Die Überraschung auf dem Weg zum Auto

Wir machen uns wieder zurück zum Auto, laufen den Wiesenweg aus dem Tal hinauf und plötzlich steht ein Reh vor uns. Wir sind total überrascht! Das Reh mustert uns mit seinen braunen Augen ehe es wieder im Wald verschwindet.

Auch wenn es kein Rothirsch war, wir sind total begeistert von der Begegnung. Am Auto angekommen, haben wir einen wunderschön Sicht auf Laufenselden und die umliegenden Waldränder.

In der Ferne können wir zahlreiche Rehe auf einem Feld sehen und so spazieren wir in deren Richtung. Dieses Mal lasse ich mir die Chance nicht entgehen: Ich versuche auf keinen Ast zu treten und mich im Schatten der Bäume zu bewegen und siehe da, es klappt.

Die Rehmutter und ihr Kitz bemerken mich nicht, ich kann in aller Ruhe fokussieren und Bilder aufnehmen.

Als ich mich dann zu erkennen gebe, flitzen beide wieder in den Wald und zeigen mir ihren weißen Bürzel.

Der nächste Morgen

Am nächsten Morgen begeben wir uns ein zweites Mal auf Safari. Dieses Mal ganz ohne Auto. Wir laufen Richtung Wald und haben schon kurz nach Verlassen der Ortschaft eine Begegnung mit Reh und Rehbock.

Welch ein Einstieg! Aber doch irgendwie ungewöhnlich, so in ortsnähe?!

Wir laufen weiter und wollen wieder zu unserem gestrigen “Beobachtungsposten”. Das Gras ist nach der gewittrigen Nacht noch feucht und ein leichter Dunst überdeckt die Landschaft.

Auch an diesem Morgen ist der Jagdstand kein guter Ort und wir verlassen ihn gleich wieder. Nach der Sichtung am Vorabend spekulieren wir erneut auf das Reh im hohen Gras des Bachlaufs und begeben uns bachaufwärts.

Und auch an diesem Morgen haben wir Glück. Das Reh genießt sichtlich die herauskommende Sonne und das saftige Gras, bemerkt gar nicht, dass wir dort sind.

Wieder mache ich ein paar Bilder und verabschiede mich dann leise.

Auf dem Rückweg drehen wir noch eine kleine Runde durch den Wald. Mittlerweile ist es schon fast 9 Uhr. Im Wald passieren wir ein altes Fliegergrab, dass an ein Flugzeugunglück aus dem Jahr 1969 erinnert.

Stürme und der Flugzeugabsturz haben mitten im Wald eine riesige Lichtung zurückgelassen. Der Wald erholt sich langsam und im Dickicht entdecken wir ein junges Reh. Neugierig betrachtet es uns, zeigt nur wenig Scheu und trabt dann gemächlich davon.

Nur wenige Meter weiter, fast wieder am Waldrand angekommen, machen wir erneut Begegnung mit einem Wildtier. Dieses Mal ist es ein stattlicher Rehbock. Dieser ist gerade schwer beschäftigt, als wir des Weges kommen, knabbert an den Zweigen und den wilden Brombeeren, die im Sommer überall im Wald wachsen.

Als er uns entdeckt, reicht es für ein scharfes Bild, dann verschwindet auch er wieder im Wald und wir begeben uns zurück nach Laufenselden. Die Safari in Deutschland war ein voller Erfolg!

Alle dargestellten Bilder wurden mit 600mm Brennweite und in entsprechender Distanz zu den Tieren aufgenommen.

Ein großer Teil der Bilder entstand mit ISO4000 oder höher und die Belichtungszeit der Bilder lag nie unter 1/200 Sekunde.

Weiterhin wurden die Bilder freihand aufgenommen und das Kornkisse sollte eigentlich zur Ablage des Objektivs auf Ästen oder ähnlichem dienen. Aber wie es manchmal so ist, es ging  einfach immer viel zu schnell ;)

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6 Kommentare zu “Auf Safari in Deutschland: Wildtierbeobachtung im Taunus

  1. wow, tolle bilder, wunderschön gelungen! mir fehlt ja immer die geduld für wildlife photography, man glaubt es nämlich kaum, selbst in wien ist sowas möglich.

    • vielen Dank! So viel Geduld war bei den Bildern gar nicht nötig. Letztendlich war es ein Waldspaziergang zu früher bzw. später Stunde.

      Allerdings haben wir auch kein Damwild, Rotwild oder Muffel gesehen.

      Ach was, echt? Hätte ich jetzt nicht gedacht :)

      LG Christian

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