Unsere Rundreise durch die Toskana: Teil 2

Ich mache vorsichtig die Augen auf und schließe sie wieder, die Erinnerungen an den vergangenen Tag erscheinen vereinzelt vor meinem gedanklichen Auge und zaubern mir ein Lächeln aufs Gesicht: Diese hügelige Landschaft mit ihrem sattem grün, die Insel mit ihrer bunten Häuserfront, die engen, verwinkelten Gässchen, die kalten massiven Steinmauern, die faszinierende Architektur der Türme und dieses köstliche Zusammenspiel von trockenem Vino rosso mit toskanischer Wurst und Tagliatelle Tartufo in meinem Mund, einfach himmlisch. Ich öffne verträumt die Augen und sehe die Sonne durch die Gardinen strahlen, Zeit aufzustehen und einen weiteren großartigen Tag zu erleben.

Nach unserem Ausflug auf die Isola del Giglio geht es für uns heute in Richtung unserer dritten Unterkunft, ins Val d´Orcia, nach Pienza. Diese fantastische Stadt liegt zwischen den Städten Montepulciano und Montalcino. Aber dazu gleich mehr. Bevor wir unsere Unterkunft in Pienza erreichen, liegen etwa noch 3 Stunden Erkundungstour vor uns. Erstes Zwischenziel sind die berühmt, berüchtigten Saturnia Quellen.

Weiter geht es vorbei am kleinen verträumten Städtchen Sovana, hier entspannen wir ein wenig auf den Palazzo Pretorio. Anschließend brechen wir auf in die Kleinstadt Pitigliano, die einen sehr sehenswürdigen, kleinen, mittelalterlichen Stadtkern hat.

 

Über die SR2 fahren wir nach Bagnio Vignoni durch eine sagenhafte ursprüngliche Natur. Bagni Vignoni, ein Ort, der hauptsächlich für seine Thermen bekannt ist, hat auch einige verträumte Stellen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Nach etwa 25 Minuten Fahrt fahren wir über den letzten Hügel, der uns den Blick auf die großartige Stadt Pienza freigibt. Der Anblick lässt uns Staunen. Unser Tipp: Unbedingt über die SP18 nach Pienza fahren. Es führen zwar viele Straßen dorthin, diese ist allerdings mit Abstand die beste, da man hier auf einen Blick das gesamte Stadtbild und die Mauern der Kleinstadt sieht.

Wir verstauen unsere Koffer im Zimmer und gehen direkt auf Erkundungstour wieder nach draußen. Die Stadt gefällt uns, ziemlich schnell, mit Abstand am besten von allen Städten, die wir bis dahin gesehen haben. Wahrscheinlich ist es das perfekte Zusammenspiel aus Mittelalterlichkeit und toskanischer Romanze auf so eine ideale Art und Weise, dass man aus dem Staunen und Träumen, während man die Gassen passiert, nicht mehr rauskommt.

 

Von den Stadtmauern aus kann man die Gladiatorenstraße sehen. Wir gehen zurück zu unserer Unterkunft, holen das Kameraequipment. Innerhalb der nächsten 5 Minuten haben wir einen Fußweg dorthin herausgefunden, er liegt etwa 8 Minuten entfernt von unserer Unterkunft.

 

Am nächsten Tag ist das Wetter unverändert schön. Wir entscheiden uns für einen Ausflug in die Kleinstadt Montepulciano, Ursprungsstadt des Vino Nobile di Montepulciano. Auch hier müssen wir nicht lange durch die Gässchen laufen, sofort wissen wir, dass eine weitere Stadt unsere Herzen für sich gewonnen hat. Die Stadt ist atemberaubend, so viel Charme wie diese Stadt versprüht, haben wir, außer zuvor in Pienza, bei einer Stadt vorher nicht gespürt. Wir erkunden die ganze Stadt zu Fuß und sehen uns auch die Kirche Madonna di San Biagio an, welche 1 km südwestlich unterhalb der Stadtbefestigung liegt. Sie zählt zu den eindrucksvollsten Zentralbauten der toskanischen Renaissance.

Auf dem Weg zurück zu einem kleinen Cafe, in dem wir Cappuccino Nummer 2 trinken, laufen wir am Museo Delle Torture vorbei, dem Foltermuseum Montepulcianos. Mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen nähere ich mich dem Eingang und studiere die ersten Beschreibungen zu den passenden Folterinstrumenten. Als wir das Museum wieder verlassen, bin ich wie hypnotisiert und sehe die Gässchen, die Palazzos und die Häuser aus einem anderen Blinkwinkel. Wie mag das früher wohl für die Menschen gewesen sein? Was, wenn ein Unschuldiger so lange gefoltert wurde, bis er sich seiner Schuld bekannte. Nach dem Cappuccino habe ich die Gedanken wieder verdrängt und widme mich wieder der herrlichen Atmosphäre der Stadt.

Mit einem Vino Nobile di Montepulciano beenden wir unseren schönen Aufenthalt in der gleichnamigen Stadt und düsen mit einem kleinen Umweg über die SP 88 zurück nach Pienza. Diese Straße ist ein kleiner Geheimtipp, ziemlich unbefahren und doch unbedingt sehenswert. Wenn ihr hier in der Nähe seid, solltet ihr unbedingt auf diese Straße fahren, sie ist typisch toskanisch!

Nach unserer letzten Nacht in Pienza geht es anschließend weiter in Richtung Greve in Chianti. Was wir auf dem Weg dorthin noch alles gesehen haben und was wir noch weiter erlebt haben, berichten wir euch dann in Teil 3 von „Unsere Rundreise durch die Toskana“.


Unsere Rundreise durch die Toskana: Teil 1

Unsere Rundreise durch die Toskana: Teil 1


Unsere Rundreise durch die Toskana: Teil 3

 

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6 Kommentare zu “Unsere Rundreise durch die Toskana: Teil 2

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