Nächster Stopp: Praslin

Es ist 12.10 Uhr. Eine Durchsage hallt durch die Kabine. “We will arrive on Praslin shortly”, lässt der Kaptiän uns hoffen. Hoffen? Ja, genau. Uns geht es nicht sonderlich gut. Schiffsfahrten mochten wir irgendwie noch nie. Noch etwas benommen, verlassen wir wenig später das Schiff. Endlich frische Luft. Gefühlt ist es doppelt so warm wie in der klimatisierten Kabine. Macht aber nichts, wir sind endlich angekommen. Angekommen auf der zweiten Station unserer Reise: Praslin.

In der Menge von umherlaufenden Touristen und der gepäckverteilenden Bootscrew entdecken wir ein Schild mit meinem Namen. Ein Herr mittleren Alters hebt es in die Höhe. Mit einem Taschentuch wischt er sich bei unserer Begrüßung einige Schweißperlen von der Stirn. Heute sei es besonders schwül, lässt er uns wissen.

Wir holen unser Gepäck ab und steigen in sein Auto. Die Straßen sind etwas uneben, es holpert im Auto und das Gepäck springt im Kofferraum hin und her. Der Fahrtwind bläst uns durch die heruntergelassenen Scheiben ins Gesicht. Die Sonne scheint zwischen zwei schweren und düster erscheinenden Wolken hindurch. Lässig erklärt er uns ein wenig die Natur und die Lokalitäten auf Praslin, während wir uns in jeder Kurve wundern, wie dort gerade zwei Autos aneinander vorbeigepasst haben.

Praslin: Unwetter am Horizont

Praslin: Unwetter am Horizont

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft fängt es leicht an zu tröpfeln. Ein kurzer Tropenschauer, mehr nicht, denken wir uns. Angekommen an unserer Unterkunft werden wir etwas mürrischen von der Rezeptionsdame begrüßt. Ihr macht der Job keinen Spaß, das merkt man nach den ersten Worten und ihrem Blick. Mit den Zimmerschlüsseln geht es dann zu unserem neuen Heim – zumindest für die nächsten 6 Nächte, denn so lange bleiben wir auf Praslin.

Mittlerweile regnet es doch etwas mehr und unser Tropenschauer hat sich binnen kurzer Zeit in einen sinnflutartigen Regenschauer verwandelt. Unablässig prasseln die schweren Tropfen auf unser Terrassendach. Dem Regenschauer zuschauend trinken wir unseren Begrüßungscocktail – ein Mix aus Mango- und Ananassaft und sehr köstlich.

Anse Volbert

Anse Volbert

Am nächsten Morgen hechten wir direkt zum Fenster, um den Vorhang hinter zu ziehen. Nachdem der vorherige Tag verregnet war, sind die Wolken weg und blauer Himmel ist zu sehen. Nach dem Frühstück fragen wir die Rezeptionsdame nach dem Bus zum Anse Lazio. “The bus stop is just a few meters away and the bus will come soon, so just go there”. Gesagt getan, mit gepackten Taschen machen wir uns auf den Weg. Nach einem kleinen Anstieg erreichen wir die Bushaltestelle.

30 Minuten später stehen wir immer noch da. Der Bus hat heute wohl etwas Verspätung, aber machts nicht, wir haben eh Zeit.

Gerade als wir uns entscheiden wollen doch an den Anse Volbert zu gehen, hören wir das Gequietsche der Bremsen und das Geknatter der Motoren. Ein Bus kommt über den Hügel gedonnert. Ein kurzes Handzeichen reicht und schon hält der Bus an. Für 10 SCR fahren wir zum Anse Boudin. Im Bus sieht es aber deutlich anders aus als auf Mahe: Mehr Touristen, weniger Einheimische. Trotzdem, die alten Ventilatoren an der Decke im Bus lassen ihn schon sehr urig wirken.

Zügig fährt der Busfahrer die kurvenreiche Strecke entlang und man könnte meinen, er sei auf eine Bestzeit aus. Nach der Ankunft am Anse Boudin stehen wir etwas auf wackeligen Beinen aber wir sind uns sicher, er hat die Bestzeit geschafft. Mit Strandtüchern und Schnorchelset bewaffnet, machen wir uns auf dem Weg zum Anse Lazio. Ein Traum von Strand, weißer Sand, türkises Meer und zahlreiche Granitfelsen. Der Weg führt uns durch tropischen Wald. Zu Beginn laufen wir unter einem riesigen Mangobaum entlang, danach wird alles etwas dichter. Die Straße, auf der wir laufen, ist jedoch problemlos auch mit einem Mietwagen befahrbar. Und wieder geht es bergauf, einige Touristen stehen keuchend am Berg und müssen pausieren.

Kurz nachdem wir den Wald verlassen, erreichen wir die Kuppe. Vor uns eröffnet sich ein Blick in die Ferne, ein Blick, der uns bestätigt, dass wir im Paradies sind, ein Blick über Palmen und hin zum Anse Lazio.

Blick auf Anse Lazio

Blick auf Anse Lazio

Du willst unserem Blog folgen? Dann nimm uns doch einfach in deinen RSS Reader oder in die Browserfavoriten auf. Natürlich kannst Du uns auch gerne auf Facebook & Co. folgen. Eine Newsletter können wir als Hobbyblogger aufgrund der DSGVO nicht mehr anbieten.

1 Kommentar zu “Nächster Stopp: Praslin

  1. Bekannte waren in der Regenzeit auch einmal in den Tropen im Urlaub. Das Prasseln des Regens auf die Terrassendächer kennen die Beiden auch. Sie haben sich den Klang sogar aufgenommen. Für die Meditation ist das recht angenehm.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit möchte ich, dass mein Kommentar und die dazu notwendigen Daten (Welche Daten erfährst Du in der Datenschutzerklärung) gespeichert werden und akzeptiere die Datenschutzerklärung