Nordlicht fotografieren – 5 Tipps für deine Bilder

Die Nordlicht Fotografie – welch ein Highlight in meiner bisherigen “Fotolaufbahn”. In diesem Artikel möchte ich euch verraten, was ihr alles zum Nordlichtfotografieren benötigt.

Eigentlich ist es ziemlich einfach zu beantworten:

1. Glück

Glück ist wirklich die aller, aller, aller wichtigste Voraussetzung, um das Nordlicht zu sehen. Das Wetter ist einfach nicht berechenbar und solange dies so ist, ist man einfach auf Glück angewiesen. Aber ich möchte euch hier nicht einfach abspeisen, denn man kann viele andere Faktoren beachten, um die Chance auf Nordlicht zu sehen zu steigern.

2. Vorbereitung

Leider kann man nicht immer einfach irgendwie kurzfristig nach Island oder in andere Polarregionen fliegen, weil gerade der Wetterbericht eine klare Nacht angekündigt hat…der Fall, dass man einen Speicher voll Geld hat, sei mal an dieser Stelle ausgeschlossen.

Meistens bucht man den Flug ja doch immer etwas früher und die Wetterprognosen reichen oft nicht weit genug und sind zu ungenau, um das Wetter in eurer Ferienwoche(n) vorherzusagen. Aber es gibt tatsächlich einige Regionen, wo das Wetter statistisch gesehen häufiger einen klaren Himmel zulässt und die Niederschlagswahrscheinlichkeit niedriger ist. Im Internet gibt es dazu einige Tabellen für die einzelnen Regionen und so kommen wir zum ersten Punkt: plant einfach eine Station eures Aufenthalts in solch einer Region.

Soweit mir bekannt, ist in Island insbesondere die Region Myvatn bekannt für wenig Niederschlag. In Norwegen gilt zum Beispiel, dass die Küstenregionen, was das Wetter betrifft, unbeständiger sind und es im Inland statistisch gesehen trockener ist.

Bei meinem vorletzten Aufenthalt in Island war es großteils verregnet und der Himmel voller Wolken. Erst in Region Myvatn klarte der Himmel auf und nachts war es sternenklar.

Die Region Myvatn

Die Region Myvatn

Für den Reisezeitraum gilt es zu beachten, dass ihr euch in den Monaten zwischen September und März auf die Jagd nach dem Nordlicht begebt. Zu dieser Zeit sind die Nächte dunkel genug, um das Nordlicht überhaupt zu sehen.

3. Mondphasen

Zweiter Punkt, guckt nach den Mondphasen! Ich halte es so, dass ich für nächtliche Aufnahmen immer die Neumondphasen bevorzuge. Ohne Mond ist es einfach dunkler nachts und die Sterne kommen besser zur Geltung. Dieser Punkt ist jedoch diskussionswürdig und die Meinungen gehen an dieser Stelle auseinander.

Nordlicht bei Borgarnes

Nordlicht bei Borgarnes

Informationen über Nordlichintensität

Wenn ihr dann vor Ort seid und damit kommen wir zu Punkt drei, informiert euch in eurem Hostel oder Pension über die Nordlichtintensität. Solltet ihr Internet vor Ort haben, könnt ihr das natürlich auch selbst erledigen. Dazu empfehle ich euch zwei Seiten:

  1. http://www.gi.alaska.edu/AuroraForecast/Europe/2013/10/21
  2. http://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora/

Die zweite Seite gefällt mir dabei besonders, da man auch nachgucken kann, wie sich der Wolkenhimmel zu welcher Tageszeit wie entwickelt. Sollte man also nicht über einen ganz so fixen Reiseplan verfügen, kann man sich auch noch spontan anders entscheiden :) Die zweite Seite bietet gleichzeitig Informationen zur Nordlichtintensität und die aktuelle Mondphase.

In der Theorie seid ihr jetzt gut vorbereitet, gehen wir also in die Praxis über.

4. Equipment

Ich war jetzt zwei Mal in Island. Das erste Mal mit einer Sony Alpha 500 und das letzte mal mit meiner Nikon D600. Meine Versuche mit der Sony Nachtaufnahmen zu machen sind kläglich gescheitert, da man vor lauter Rauschen keine Sterne mehr gesehen hat. Somit kommen wir zu Punkt vier, die Ausrüstung

Die heutigen Kameras haben sich bezüglich Rauschempfindlichkeit deutlich verbessert. Dennoch sind Unterschiede zwischen Vollformat und APS-C Kameras gerade im ISO-Verhalten deutlich.  Wenn man sich also wirklich damit beschäftigt, Erscheinungen am Nachthimmel zu fotografieren, lohnt sich aus meiner Sicht eine Invesition in eine Vollformat-Kamera.

Weiterer wichtiger Bestandteil ist euer Objektiv. Grundregel lautet hier: je lichtstärker und umso weniger Brennweite (zwischen 14 und 24 mm Brennweite bei Vollformat), desto besser. Umso kleiner die Brennweite, desto länger könnt ihr Belichten ohne dass die Sterne Spuren auf dem Foto hinterlassen. Je Lichstärker das Objektiv, umso niedriger könnt ihr den ISO-Wert lassen. Dadurch werden die Fotos einfach klarer.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist ein gutes Stativ. Ihr glaubt gar nicht, wie der Wind auf Island blasen kann. Ich war mit einem Cullmann Magnesit 528Q unterwegs, welches wirklich bombenfest steht und ich diesbezüglich auch nur empfehlen kann!

Auch an eine Stirnlampe sollte gedacht werden, so habt ihr die Hände frei, um das Stativ und die Kamera aufzubauen und müsst nicht eine Taschenlampe festhalten.

5. Ort der Aufnahme

Kommen wir zum letzten Punkt euerer Vorbereitung und somit zu Punkt fünf. Wenn ihr vor Ort seid überlegt euch, was als geeigneter Vordergrund für eine tolle Nordlichaufnahme herhalten kann und haltet bereits bei Tageslicht Ausschau. Nachts werdet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts finden, denn alles außerhalb eures Scheinwerferlichts wird in der Dunkelheit verschwinden. Diese Erfahrung musste ich auch machen und so stand ich einmal vor einem leeren Feld und das andere Mal vor auf einem Platz voller Schotter und deswegen mal drei Fotos, wie es nicht sein sollte:

Ach, und fast hätte ich was vergessen: Solltet ihr so viel Glück haben und Nordlicht sehen, stellt ruhig mal die Kamera bei Seite und genießt das Naturschauspiel. Das was ihr dann seht, ist einmalig und schöne Erinnerung doch mindestens genauso wichtig wie ein tolles Foto(!), oder?

 

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7 Kommentare zu “Nordlicht fotografieren – 5 Tipps für deine Bilder

    • Hallo Carina,

      vielen Dank für dein Lob und sorry für die verzögerte Freischaltung. Wir sind gestern aus unserem dreiwöchigen Traumurlaub zurückgekommen :)

      Vielen Dank auch für deine Nominierung, wir werden alsbald drauf antworten.

      Liebe Grüße
      Carina und Christian

  1. Hallo,
    Interessanter Artikel, auch der über die Reise, und tolle Photos. Jetzt steht wohl noch eine Reiseziel für 2015 fest ;-)

    Welche Einstellungen nutzt man denn deiner Erfahrung nach für solche Photos am besten? Und welches Objektiv hast du benutzt? Vielleicht hast du ja auch einen Buchtipp zu dem Thema?

    Grüße aus Wien

    • Hallo Jakob,

      vielen Dank für die Komplimente! Island ist eine Reise wert – definitiv. Wir versuchen im nächsten Jahr auch wieder hinzukommen.

      Die Fotos sind alle im manuellen Modus entstanden. Als Anhaltspunkte für die Einstellungen kann ich dir ja mal die Exifs nennen. Das Foto “Nordlicht bei Borgarnes” ist mit ISO 2500, 14mm Brennweite und 30sec Belichtungszeit entstanden, weiterhin war die Blende sehr weit geöffnet (f2.8). Aufgenommen wurde das Foto mit meiner Nikon 600 und dem Nikkor 14-24.

      Welche Einstellungen du vor Ort wählst, hängt aber auch stark von anderen Faktoren ab. Wie stark ist das Nordlicht, gibt es in der Umgebung Streulicht. Beispielsweise habe ich ein Nordlichtfoto aufgenommen, wo ISO 1250 völlig ausreichend war, weil einfach die Intensität viel stärker war.

      Wichtig ist einfach, dass du viel Brennweite und ein lichtstarkes Objektiv hast. Anderfalls muss man in manchen Bereichen Abstriche hinnehmen, aber ein Nordlichtfoto sollte trotzdem gelingen.

      Ich kann dir nur empfehlen, dich mal auf 500px.com umzusehen oder im dslr-forum.de. Dort habe ich immer wertvolle Tipps bekommen und es gibt aus meiner Sicht auch einiges zum Nachlesen. Einen genauen Buchtipp kann ich dir leider nicht geben.

      Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Antwort schonmal weiterhelfen. Du darfst dich natürlich auch gerne nochmal melden, wenn du weitere Fragen hast oder eine Antwort nicht genau genug war.

      Beste Grüße aus Wiesbaden
      Christian

      P.S.: Ich gehe mal davon aus, dass ich den zweiten Kommentar löschen kann.

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