Kurztrip Israel

Israel – ich denke, es gibt kaum ein Land, das so häufig in den Nachrichten auftaucht, wie Israel. Deswegen wollte ich mehr über das Land erfahren, über die Konflikte und über die Menschen.

Damals war ich gerade während meines Auslandssemesters in Istanbul. Der Flug nach Tel Aviv ziemlich günstig und so war der Entschluss schnell gefasst: Es geht nach Israel.

Ich hatte mich eigentlich um nichts geknümmert, außer um meine Flugtickets und einen Rucksack mit Klamotten für die nächste Tage und so ergab sich meine Reiseroute quasi von selbst:

Dort angekommen, kam ich direkt mal mit dem mächtigen Sicherheitsapparat in Kontakt. 1h Stunde Fragerei am Flughafen … aber ich war voller Zuversicht, viele schöne Fotos zu machen und so ging es auf meine Reise:

1. Station: Tel Aviv

Vom Flughafen ging es nachts zum Florentine Backpacker Hostel, welches gleichzeitig auch Ausgangspunkt meiner Reisen innerhalb Israels sein sollte. Die ersten Tage erkundete ich Tel Aviv und ich war ziemlich begeistert von der Stadt. Die geniale Strandpromenda, die freundlichen Menschen und irgendwie ein Gegensatz aus Moderne und Verfall.

2. Station: Jerusalem

Ich kam im zentralen Busbahnhof der Stadt an. Als ich aus dem Gebäude kam, sah ich einen „Zivilisten“ mit einem ziemlich großen Gewehr in der Menge stehen. Mein erster Gedanke war: „Mach dich lieber schnell aus dem Staub bevor hier was passiert“. Allerdings merkte ich schnell, dass das offene Tragen von Sturmgewehren gar nicht so unüblich ist!

Ohne Karte ging es mit viel Nachfragerei weiter Richtung Altstadt von Jerusalem. Dort standen Tempelberg, Klagemauer und die Stadtmauern auf dem Programm. Letzteres könnt ihr meiner Meinung nach getrost sein lassen, denn der Ausblick war irgendwie nicht so spannend und es kostet Eintritt!

Mit einem Studentenausweis (sogar nicht international) bekommt ihr aber vergünstigten Eintritt, falls es jemand von euch doch vor hat.

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Die Klagemauer ist allerdings definitiv einen Besuch wert. Alleine schon um das Geschehen dort zu beobachten. Allerdings müsst ihr beim Betreten eine Kippa tragen.

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Hier nun noch ein paar weitere Eindrücke von Jerusalem:

 

Eine Alternative zu den Stadtmauern, falls man eine Ausblick über Jerusalem genießen möchte, ist der Ölberg. Oben angekommen, bietet sich eine schöne Aussicht über die Altstadt von Jerusalem. Öffentliche Busse fahren von dort in die Altstadt hin und zurück, aber nicht über die klapprigen Busse wundern.

3. Station: Memorial Monument ha-Khets ha-Shakhor und Be’er Sheva

Fragt mich nicht, was mich da hin getrieben hat. Vielleicht der Reiz? Vielleicht die Neugier?

Das Memorial ist ca. 1 km von Gazastadt entfernt. Ich fuhr gemeinsam mit einem Mann dort hin,  der mich aus Nir’am mitnahm. Ich irrte wohl ziemlich hilflos herum, als ich auf der Karte nach einem Aussichtspunkt suchte. Der Mann hielt an und fragte mich, wo ich hinwollte und ob er mich mitnehmen könne. Auf dem Weg zu dem Aussichtspunkt erfuhr ich, dass er vor Ort für eine israelische Organisation arbeite und Kindergärten aus Beton baue, wegen den Raketen aus Gaza. Vorbei an zahlreichen öffentlichen Bunkern und einigen fahrenden Panzern ging es zum Aussichtspunkt und dem Memorial.

Dort angekommen, bot sich ein seltsamer Anblick. Ein Spielplatz mit Kindern und Eltern, die grillten. Nebenan ein Panzer und Soldaten. In der Ferne waren immer wieder Maschinengewehrsalven zu hören. Auf meine Frage, ob das hier militärisches Trainingsgebiet sei, wurde mir nur entgegnet: das ist Israel.

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Blick auf Gaza

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weitere Eindrücke

 

Danach ging es weiter nach Be’er Sheva, dem zentralen Militärhub in Israel. Das Bild dort am Bahnhof war auch geprägt von wartenden Soldaten.

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Ansonsten gab es in Be’er Sheva nicht viel zu sehen … und so überbrückte ich die Wartezeit für meinen Bus nach Ein Gedi ebenfalls in den Wartehallen.

4. Station: Ein Gedi und das tote Meer

Während meiner Fahrt nach Ein Gedi und an das tote Meer war ich der einzige Fahrgast im öffentlichen Bus von Be’er Sheva nach Ein Gedi. War ein ganz cooles Erlebnis. Vor allem die Fahrt hinab ins Tal, wenn man die Schilder zu den Höhenmeter passiert: -100m, -200m, -300m, -400m und dann die Aussicht, wenn man nach stundenlanger Fahrt durch die Wüste wieder türkises Wasser schimmern sieht.

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Am toten Meer gibt es zahlreiche öffentliche Strände, die man auch nutzen sollte.

Übrigens ist es nicht von Nachteil, wenn man zu dem einzigen Hotel dort geht und sich einen Abfahrtsplan besorgt. Die Busse sind sogar teilweise gegen Abend sehr voll und einem kann die Mitnahme verweigert werden. Also guckt, dass ihr nach hinten noch ein bisschen Puffer habt, damit ihr noch einen Bus nach Jerusalem erwischt. Die Busse von Jerusalem fahren nach Tel Aviv relativ lange, sodass die Rückreise nach Tel Aviv kein Problem darstellen sollte.

Hier noch meine Eindrücke vom toten Meer:

Der Trip von Tel Aviv – Be’er Sheva – Ein Gedi – Jerusalem – Tel Aviv ist an einem Tag machbar. Ihr braucht also nicht so viel Zeit einplanen.

Für Fragen zu meinem Kurztrip stehe ich euch gerne zur Verfügung. Nutzt einfach die Kommentarfunktion.

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4 Kommentare zu “Kurztrip Israel

  1. „Tel Aviv – Be’er Sheva – Ein Gedi – Jerusalem – Tel Aviv ist an einem Tag machbar“

    In En Gedi gibt es einen wunderbaren bot. Garten, für den man allein schon ein paar Stunden braucht.
    Ich würde für den Garten und das Baden im Toten Meer einen Tag planen und nicht nur im Bus sitzen wollen.

    • Hallo Christina,

      vielen Dank für den guten Hinweis! Ich hatte leider nicht so viel Zeit ;) Für das nächste Mal ist der botanische Garten aber gemerkt ;)

      Grüße
      Christian

  2. Vielen Dank für den interessanten Blog. Wir werden im März nach Israel reisen mit unserer 7jährigen Tochter. Wir haben die Wahl zwischen einer größeren Unterkunft in Be’er Sheva oder einer kleineren in Ashkelon. Welchen Ort würdest Du eher empfehlen vor allem auch im Hinblick auf unsere Tochter. Ich habe zu beiden nicht so wahnsinnig viel aussagekräftiges gefunden. Viele Grüße

    • Hi Daniela,

      um ehrlich zu sein, ist meine Reise nach Israel schon ziemlich lange her. 2013 um genau zu sein. Ich habe selbst in Be’er Sheva nicht übernachtet, sondern alle meine Reisen ab Tel Aviv gestartet. Das Busnetz ist gut ausgebaut, sodass man problemlos mit den Öffis das Land erkunden kann. Ich habe damals Be’er Sheva als Militärhub wahrgenommen. Also ein Ort von dem Soldaten in die Grenzregionen verteilt werden. Inwieweit sich das die letzten Jahr verändert hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich habe auch damals festgestellt, dass die Militärpräsenz mit Nähe zum Gaza Streifen deutlich zunimmt. Also man wirklich Panzer fahren und schwer bewaffnete Soldaten sieht. In Ashkelon selbst war ich nicht. Daher kann ich dir dazu keine Auskunft geben. Könnte aber aufgrund seiner Lage am Meer vielleicht interessanter sein, als eine Großstadt im Nirgendwo.

      Viele Grüße
      Christian

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